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Neues und Wissenswertes zu den Feierlichkeiten zu »1000 Jahre Linden«.


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Gründungsgeschichte der Siedlergemeinschaft »Okertal«

Bereits im Jahre 1956, wie aus dem spärlichen Aktenmaterial zu entnehmen ist, wurden vom Kreisvorsitzen den des Deutschen Siedlerbundes, Herrn Hermann Walter, die ersten Besprechungen mit den Verwaltungs- stellen der Stadt Wolfenbüttel und dem Landkreis über die Errichtung von Einfamilienhäusern im Rahmen einer Kleinsiedlung geführt. Am 22.01.1957 vereinten sich im Sitzungssaal des Rathauses in Wolfenbüttel eine große Anzahl führender Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Verwaltung, die ge kommen waren, um gemeinsam mit den Vertretern des Deutschen Siedlerbundes das Bauprojekt einer neuen, einer vierten Kleinsiedlung in Wolfenbüttel zu diskutieren. Dieser Gedanke, eine neue Kleinsiedlung zu errichten, entsprang dem Kreisgruppenvorsitzenden des Deutschen

Siedlerbundes, Hermann Walter, der diesen Plan mit bemerkenswerter Intensität verfocht. Sein Leitspruch war es, besonders finanziell schwächergestellten Familien zu einem Heim zu verhelfen. Er ging dabei von der Überlegung aus, dass eine Kleinsiedlung in besonderer Weise dazu geeignet ist, das Stadtbild zu verschönern.

Herr Bürgermeister Ehrhoff nahm abschließend Stellung zu diesen Plänen und erklärte, es sei wünschenswert für die Stadt, wenn sich der geeignete Personenkreis fände, um einen Siedlungsplan zu entwickeln. Alle beteiligten Stellen sollen versuchen, dieses Vorhaben zu realisieren, damit für die Siedlungswilligen nicht nur die Existenzgrundlage verbessert, sondern ihnen auch Wohnraum gegeben wird. Die Stadt werde die Bestrebungen nach besten Kräften unterstützen. Die Teilnehmer trennten sich mit der Zusicherung, alle Schritte zu unternehmen und dieses Vorhaben zu fördern.

Da nun die erwähnten Besprechungen eine gewisse berechtigte Hoffnung auf kommen lassen hatten, wurde am 26. 04. 1959 von der Kreisgruppe des Deutschen Siedlerbundes eine Versammlung von Siedlungswilligen einberufen. Sie fand im Klubzimmer des »Kronprinzen« statt. An 57 Anwesende war eine schriftliche Einladung ergangen. Mehr als doppelt so viel aber begehrten Einlass zu dieser Veranstaltung, so dass der vorhandene Raum einfach nicht ausreichte. Auf der Treppe stehend, harrten diejenigen drei Stunden lang aus, die als letzte zu der Versammlung gekommen waren. Das erklärte Ziel war die Gründung einer neuen Siedlergemeinschaft.

Als die Versammlung nach drei Stunden beendet war, hatten sich 120 Siedlungswillige aus Wolfenbüttel und Umgebung zu einer neuen Siedlergemeinschaft zusammengeschlossen, die sich den Namen Siedlergemeinschaft »Okertal« gab. Sie alle, die sich meldeten, waren bereit, durch eigene Arbeit ein Heim für sich und ihre Familie zu schaffen, denn die neue Siedlung, welche sie planten, sollte in erster Linie in Selbsthilfe gebaut werden. Angesichts dieser großen Bereitschaft, selbst Hand anzulegen bei der Bekämpfung der Wohnungsnot, gab Herr Bürgermeister Ehrhoff, der gemeinsam mit dem Syndikus der Stadtverwaltung, Dr. Töpper, der Versammlung beiwohnte, besonders gern die Versicherung ab, dass Stadtverwaltung und Stadtvertretung gewillt seien, das Vorhaben der Siedlungswilligen nach besten Kräften zu unterstützen. Man wollte vor allem das für die Errichtung einer geschlossenen Siedlung erforderliche Gelände zur Verfügung stellen. Besonders für die Erschließung des Geländes durch Straßen und Versorgungsleitungen aller Art, wurde Mitarbeit und Hilfe zu gesagt.

Wo diese neue Siedlung einmal stehen sollte, war damals noch offen. Der Stadtstand nämlich Gelände in den für die Errichtung einer so großen Siedlung erforderlichem Ausmaße nicht zur Verfügung. Es wurde aber schon erwogen, auf die südlich des Stadtgebietes im Okertal liegenden Pachtländereien des Gutes Linden zurück zugreifen.

In der Hoffnung dieses jenseits der Kreisstraße Halchter- Linden gelegene Gelände zu erhalten, wählte die neu gegründete Siedlergemeinschaft auch ihren Namen: Siedlergemeinschaft Okertal.

Um sofort eine arbeitsfähige Organisation zu sein, wählten die Mitglieder der neuen Siedlergemeinschaft in ihrer Gründungsversammlung einen voll ständigen Vorstand. An der Spitze der Siedlergemeinschaft wurde Herr Heinz Hesse als 1. Vorsitzender gewählt, Stellvertreter Walter Giesa, Kassierer Josef Markgraf und Schriftführer Alfred Töllner.

Assessor Müller vorn Landesverband Niedersachsen des Deutschen Siedlerbundes, der der Gründungsversammlung beiwohnte, versprach, in Hannover von diesem demonstrativen Be weis des Willens von 120 Familien, durch eigene Arbeit zu eigenem Heim auf eigener Scholle zu kommen, zu berichten und die Unterstützung aller zuständigen Regierungs- und sonstigen Behörden auf Landes- und Bundesebene zu mobilisieren.

Dass gerade solchen Siedlungswilligen, die zu tätiger Mitarbeit bereit sind, die besondere Förderung zuteil wird, wurde als ein Akt der Selbstverständlichkeit hingestellt, der einmal vom moralischen Gesichtspunkt diktiert würde, dann aber auch vom Rechenstift. Denn wenn Bürger bereit sind, selbst mitzuarbeiten und einen nicht unerheblichen Teil der Baukosten durch Arbeitsleistung in Selbsthilfe aufzubringen, reichen die für den Wohnungs- und Siedlungsbau ausgeworfenen öffentlichen Mittel weiter. Und das verpflichtet, sagte Assessor Müller.

Um den in der Gründungsversammlung gefassten Beschluss auch tatsächlich verwirklichen zu können, ging der Vorstand der Siedlergemeinschaft mit Elan an die Arbeit. Bereits am 2. Mai 1957 fand eine für die Gemeinschaft entscheidende Vorstandssitzung statt. Die wirtschaftliche Betreuung zur Durchführung der Bauvorhaben musste sichergestellt werden. Es hat sich später gezeigt, dass dies richtig war, denn bis zum Baubeginn gab es doch noch erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden. Mit dieser Betreuung wurde auf Vorschlag Herrn Eckardt Kaufmann die Firma Dr. H. Heine in Braunschweig beauftragt, nachdem man sich durch Besichtigung der von dieser Firma bereits erstellten Selbsthilfesiedlungen in der Elmaussicht und Sandwüste bei Braunschweig von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt hatte. Entscheidend dabei war, dass den Siedlern die vorgesehene und beabsichtigte Selbsthilfe einzubringen gestattet wurde. Mit Risikobereitschaft und Idealismus begannen im Herbst 1959 tatkräftige Familien mit dem Aufbau des ersten Bauabschnittes einer Wohnsiedlung südlich der Stadt.

Alle notwendigen Ausschachtungsarbeiten für die Häuser der Siedlerparzellen sowie auch für die Wasserversorgung wurden von den künftigen Hausbesitzern und ihren Kindern in Gemeinschaftsarbeit ausgeführt. Wer das miterlebte, weiß, was für Strapazen das für den einzelnen bedeutete. In jenen Jahren musste auf manche Annehmlichkeit verzichtet werden, nur das Zusammenhörigkeitsgefühl und die Nachbarschaftshilfe ließen das Begonnene gelingen.


Ende 1960 konnten die ersten Siedler ihr Häuschen beziehen, es dauerte aber noch Monate, bevor mit dem Straßen bau begonnen wurde. Mit berechtigtem Stolz können heute die Mitglieder der Sgm. auf ihre Leistungen von damals zurückblicken. Ihnen gehören schmucke Häuser, blühende Gärten und gepflegte Anwesen, die insgesamt einen sehenswerten Stadtteil ausmachen.

Das Siedlungswesen bietet darüber hinaus einen engeren Zusammenhalt der Bewohner als hei den anderen Wohnformen. Die Siedlung selbst ist auch Zentrum ganzer Generationen, angefangen von der Jungfamilie bis zum Alterruhesitz: Kinder und Enkel wachsen in einer intakten Gemeinschaft auf.

Wer heute einen Spaziergang durch die Okertalsiedlung macht, freut sich über hübsche Eigenheime mit gepflegten, blühenden Vorgärten an verkehrsberuhigten Straßen. Gustav Ringel

Außerdem: Die Okertaler Kinder- und Jugendgruppe »Stuppy – Treff«
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KONTAKT

Siedlergemeinschaft Okertal

Bernfried Keye
Am Hang 3
38300 Wolfenbüttel


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