
o
Der Kleingartenverein Linden e. V.
Die Chronik des Kleingartenvereins.
Man schreibt das Jahr 1946 und unser Dorf zählte damals nur wenige Einwohner. Die meisten Lindener Bürger waren in der Landwirtschaft beschäftigt. Infolge des Anwachsen der Bevölkerung durch das Zuwandern der Heimatvertriebenen, der schlechten Wirtschafts- und Ernährungslage war die Erschließung von Grabeland Lebensnotwendig geworden.
Zu diesem Zwecke wurde auch ein Teil des zum hiesigen Gut gehörendem Ackerlandes hinter Bahnlinie, unterhalb der Silohöhe, der Verwendung als Grabeland zugeführt. Der Eigentümer des Gutes war die Stadt Wolfenbüttel, der Hauptpächter war der spätere Olympiasieger Klaus Wagner.
In sehr langen und schwierigen Verhandlungen gelang es, nicht zuletzt durch die starke Unterstützung der Gemeindeverwaltung Linden, zu einem annehmbaren Pachtvertrag zu gelangen. Der Pachtvertrag war bis zum Jahre 1958 befristet. Das nun verfügbare Gelände wurde in ca. 300 qm große Parzellen eingeteilt, um möglichst vielen Bewerbern ein Stückchen Land geben zukönnen. 80 Familien erhielten so ein Stück Grabeland. Somit konnte der Linderung der allgemeinen Nahrungsmittelknappheit weitgehend entsprochen werden.
Im Laufe der Zeit wurde der Wunsch laut, dieses Grabeland durch einen entsprechenden Vertrag langfristig zu sichern. Der ernannte Sprecher, Hubert Gozolka, konnte in langen zähen und auch geschickten Verhandlungen, den Wunsch der Grabeländer erfüllen. Mit dem Eigentümer Stadt Wolfenbüttel" wurde ein Pachtvertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen ( 99 Jahre). Hierdurch war der Weg jetzt frei einen Kleingartenverein zu gründen. Schon bald begann sich das Grabeland mit Bäumen, Sträuchern und Blumen in eine Oase zu verwandeln. Es war nach der mühevollen Arbeit bereits nach wenigen Jahren nicht mehr zu erkennen, daß hier mal ein Stoppelacker war. In unermüdlicher Gemeinschaftsarbeit wurde das Gesamtgelände eingezäumt. Wege wurden angelegt und befestigt. Das Wasser mußte bis zu diesem Zeitpunkt noch aus der Oker oder von der Pumpe des Bahnwärterhäuschen herangeschleppt werden. Man ging deshalb an die Arbeit und erschloß einen eignen Brunnen. In langen trocknen Sommertagen mußte trotzdem noch zusätzlich Wasser von der Oker heran transportiert werden.
Im Jahre 1958 übernahm die Gemeinde Linden als neuer Verpächter den abgeschlossenen Pachtvertrag unter den gleichen Bedingungen, die vorher mit der Stadt Wolfenbüttel vereinbart wurden. So gehörte das Gelände des Kleingartenverein Linden jetzt besitzmäßig zur Gemeinde Linden.
In den Jahren 1959 bis 1961 wurde entlang des Asternweges und des Rosenweges eine Wasserleitung verlegt und an das Hauptnetz der Okertalsiedlung angeschlossen. Denn seit 1957 entstand auf den ehemaligen Okerwiesen die neue Okertalsiedlung. Die folgende Zeit wurde durch Verbesserungen und Verschönerungen an der Gesamtanlage genutzt. Neue Vorstände wurden gewählt. Dieses Team waren bestrebt das Beste aus dem Verein zu machen. Der Wegebau wurde ausgeweitet und verbessert. Ein Parkplatz wurde an der Neindorfer Str. gebaut. Die westliche Seite, unser jetziger Westparkplatz, wurde urbar gemacht und durch fleißige Helfer eine Blumenfläche angelegt.
1970 entstand in Gemeinschaftsarbeit und mit Hilfe freiwilliger Helfer ein langersehntes Vereinsheim. In dem folgenden Jahren wurde ein Fachberaterraum und die erforderlichen Toiletten gebaut. Der Vereinshausvorplatz wurde geplant und angelegt. So entstand mitten im Kleingartengelände ein Begegnungszentrum auf dem in den folgenden Jahren die Vereinsfeste veranstaltet wurden.

1973 konnte dere Kleingartenverein sein 25 jähriges Bestehen feiern. Der Vorstand hatte sich zum Ziel gesetzt, die Gesamtanlage wegen der starken Nachfrage nach Kleingärten zu erweitern. Das Vereinshaus sollte einen Stromanschluß erhalten. Das neu angepachtete Gelände mußte vermessen und erschlossen werden. Es sollten 50 neue Kleingärten entstehen. Wegen der Notwendigkeit der Verbindung zwischen dem alten und neuen Teil wurden mit einigen Gartenfreunden Gespräche geführt. Sie mußten einige qm Gartenfläche für die Verbindungswege abtreten. Nachdem Einigung erzielt wurde, wurden die Zäune versetzt und die Wege Finkenpfad", Drosselgasse" und Spatzenstieg" befestigt. Der 3.Weg, die heutige Blumenallee", wurde als Baustraße angelegt. Außerdem wurde eine Wasserleitung - als Notbehelf - in das neue Arenal verlegt, um den ersten Wasserbedarf für Pflanzen und den anstehenden Laubenbau zu decken. Die Lauben sollten nicht im einheitlichem Stil, sondern in Anlehnung an 3 vorgegebene Typen erstellt werden. Es sollte keine Einheitssiedlung entstehen, dies ist dem Vorstand gelungen. Auch der geplante Stromanschluß wurde durch die Hastra verlegt. Die Erdarbeiten für den Anschluß wurden in Gemeinschaftsarbeit vorgenommen. Gleichzeitig wurde auch eine Telefonleitung mitverlegt. Die Hauptwasserleitung für die Versorgung der neuen Gärten kam aus der Okertalsiedlung Nähe Bolzplatz" Das neue Gelände bekam einen Aussenzaun. Von der Hauptwasserleitung mußte jeder neue Gartenfreund seine Wasserversorgung, in Eigenleistung, sicher stellen. Danach konnten die Wege befestigt werden. Die Wege Blumenallee und ein Teil der Drosselgasse so wie der Ostparkplatz wurden von der Stadt erstellt. Die Jugendarbeit in unserem Verein wurde gefördert. Im neuen Gelände erstand durch Spenden eine Jugendlaube.
1975 fand erstmalig und einmalig ein Kleingärtnerball mit über 700 Teilnehmern statt. 1976 konnte die lange notwendig gewordene Schmutzwasserbeseitigung vorgenommen werden. Es wurde eine Leitung zum Kanalnetz verlegt. 1979 begann mit einem Vorstandswechsel. Der langjährige bewährte 1.Vorsitzende Herbert Werner stand aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung. Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Rolf Lange. Auch die langjährigen Vorstandsmitglieder Otto Orlowski und Alfred Bendrik traten zurück. Der neue Vorstand nahm mit viel Schwung die Arbeit auf. In den laufenden Jahren wurden Verschönerungen im gesamten Gartengelände vorgenommen.
1982 hat sich die Jugendgruppe, die über viele Jahre hinweg so manche Veranstaltung in der Lindenhalle erfolgreich durchgeführt hat wegen Nachwuchsmangel aufgelöst. Die Jugendlaube mit Gartenanlage wurde zu einer Kleingartenparzelle umgestaltet. Unser Vereinshaus erhielt einen Telefonanschluß. Eine Erdgasleitung wurde verlegt. Die Erdarbeiten wurden in Gemeinschaftsarbeit geleistet. Eine Heizung im Vereinsheim installiert. Man traf sich jetzt im Vereinsheim zum Skat und Erfahrungsaustausch
1987 wurde ein Vergnügungsausschuß für das bevorstehende 40.jährige Bestehen des Vereins gebildet Vorsitzender wurde Eberhard Drews.
1988 begann mit einem Vorstandswechsel Der 1. Vorsitzende Rolf Lange und sein Stellvertreter Albert Brinschwitz. baten die Versammlung von einer Wiederwahl abzusehen. Neu gewählt wurden als 1. Vorsitzender und als Stellvertreter Manfred Hunstock. Beide waren schon im Vergnügungsausschuß tätig gewesen und kannten den Stand der Vorbereitungen für das 40 jährige Jubileum. Erstmalig wurde ein Zeltaufsteller verpfichtet. An den dreitägigen Feiern nahmen am Freitag und Sonnabend mehr als 150 Gartenfreunde teil. Beim Frühstück am Sonntag war das Zelt mit 250 Gartenfreund und Gäste ausverkauft
Nach dem erfolgreichen Fest wurde die modernisierung des Vereinsheim geplant. Ab Herbst 1988 bis Sommer 1990 wurde der Fußboden erneuert und isoliert. Neue Fenster mit Aussenrolladen eingebaut. Das gesamte Gebäude Isoliert und neu verputzt. Zum Schluß konnten wir noch mit Hilfe der Brauerei eine neue Bestuhlung anschaffen.
Seit 1990 suchten wir nach einer Erleichterung für Transporte innerhalb des Kleingartengeländes. Wir wurden im Frühjahr 1991 in Roklum fündig. Eine generalüberholte Landwirtschaftliche Zugmaschine aus dem Jahre 1964 wurde unser Eigentum. Einen Anhänger konnten wir von einem Gärtnerbetrieb in Wolfenbüttel kaufen. Dieses Transportsystem hat sich in den zurückliegenden Jahren bestens bewährt.
Seit 1992 führen wir unsere Buchhaltung mit einem PC aus. Unser eignes Gerät ist mittlerweile überaltert. Hier muß in den nächsten Jahren etwas Neues kommen.

Um unseren wachsenden Gerätepark, Gestühl und Zeltausrüstung besser lagern und bearbeiten zu können planten wir einen neuen Geräteraum. Da in der Nähe vom Vereinsheim kurzfristig 2 Gärten frei wurden, konnten wir unsere Planungen ausführen. Ein Gerätehaus wurde 1995 erstellt. Seit 1996 bauen wir an einem neuen Carport, den wir dieses Jahr fertig stellen wollen. Der Unterstand hat seit unserem letzten Gartenfest schon einen Namen. Denn nach dem die Pferde der Bürgerwehr aus Schöppenstedt dort übernachtet haben, heißt der Unterstand Pferdestall". Der Rohbau wurde in alter Zimmermannskunst unter der Leitung unseres viel zufrüh verstorbenen Gartenfreund Albert Fehlig erstellt. Seit 10 Jahren sorgt unser Gartenfreund Horst Reulecke, mit viel Farbe, für das gute Aussehen unseres Gartengeländes. Ich hoffe, es wird noch viele Jahre so bleiben.
Der Ursprung der Chronik stammt von meinem Vorgänger im Vorstand Rolf Lange. Die Überarbeitung und Fortführung erfolgte durch den heutigen Vorstand. Die vorliegende Chronic soll alte und neue Gartenfreunde über den Werdegang Ihres Vereines informieren. Am 14.Februar 2003 gab der 1.Vorsitzende Eberhard Drews nach 15 Jahren das Vorstandsamt aus persönlichen Gründen ab. Auch Alfred Bendrik unser langjähriger Kassierer, der insgesamt mehr als 20 Jahre dieses Amt inne hatte, gab aus gesundheitlichen Gründen ab.
Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Der langjärige 2.Vorsitzende Detlef Leunig wurde 1.Vorsitzender. Der bisherige 2.Fachberater wurde 2. Vorsitzender. Kassierer wurde Wolfgang Hilse. Schriftführer Peter Schulze. Fachberater Manfred Hunstock. Pressewart Ullrich Hartwig. Nach nur 2 Jahren löste sich der Vorstand auf. Ein neuer Vorstand wurde am 18.Februar gewählt.
1. Vorsitzender wurde wieder Eberhard Drews, 2.Vorsitzende wurde Christel Giering. Zum Kassierer wurde wieder Alfred Bendrick gewählt. Schriftführer ist jetzt Kathrin Nickel. Zum Fachberater ist Detlef Leunig gewählt worden. Eberhard Drews
.
.
.
|