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Neues und Wissenswertes zu den Feierlichkeiten zu »1000 Jahre Linden«.


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Die Entwicklung eines Landstrichs im Wandel der Zeit. Die Chronik Lindens mit vielen Bilddokumenten.


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1000 Jahre und noch immer jung: Ein Ortsteil stellt sich vor.


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Die Chronik Lindens (2)

Der mittelalterliche Grundbesitz

Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes Linden wurde aus dem Jahre 1007 überliefert. Kaiser Heinrich II. übereignete dem von Frederunda, der Tochter des Grafen Altmann von Ölsburg, gegründeten Nonnenkloster zu Steterburg in mehreren Orten Landbesitz, u. a. auch in Lindim bzw. Lindun, wie eine andere Lesart Iautet.



Es ist nicht möglich, sich aus den einzelnen urkundlichen Erwähnungen ein genaueres Bild über den Ort Linden im Mittelalter zu machen. Die Urkunden, die in verschiedenen Sammlungen zusammengefaßt sind, lassen jedoch Rückschlüsse auf die Besitzverhältnisse zu, da die Grundbesitzer und z. T. auch die Lehnsnehmer namentlich aufgeführt wurden. Das Kloster Steterburg, das Aegidienkloster Braunschweig, das Krenzkloster Hildesheim, das Geschlecht von der Asseburg und die braunschweigischen Herzöge waren die Grundherren, die ihre Besitztümer an verschiedene Lehnsleute vergaben, unter denen sich vor allem Braunschweiger Patrizier, wie die Familien von Vechelde und von Ursleven, befanden. Aus den Urkunden geht auch hervor, daß in Linden eine Zollstelle eingerichtet war und daß es im Ort eine Mühle und einen Krug gab. Eine Urkunde aus dem Jahre 1118 bestätigte die Gründung einer Pfarrstelle und den Bau der ersten Kirche. Als Zeuge wurde u. a. ein gewisser Widehindus de Wlferesbutle genannt, so daß die abschriftlich überlieferte Gründungsurkunde der Lindener Kirche zugleich auch die älteste gesicherte Erwähnung Wolfenbüttels in Verbindung mit dem Namen eines Adelsgeschlechtes enthält.

Für das Kloster Steterburg, das seit seiner Gründung über Grundbesitz in Linden verfügte, erwarb Propst Gerhard im Jahre 1182 das in Fümmelse und Linden gelegene Erbgut des Justatius von Fümmelsen. Die Hildesheimer Bischöfe Berno und Hartbert bestätigten im Jahre 1191 und 1210 dem Kloster Steterburg den von Propst Gerhard erworbenen Besitz und übertrugen ihm die Vogtei über diese Besitzungen: In Linden zwei Hufen und zwei Kothöfe [...] eine Mühle und zwei Hufen.6 Im Jahre 1218 wurden in dem Bestätigungsschreiben des Bischofs Siegfried von Hildesheim 31/2 Hufen und eine Mühle genannt.

An welcher Stelle sich diese Mühle befand und welcher Art sie war, läßt sich nicht mehr feststellen. Da es in dieser Zeit noch keine Windmühlen gab, handelte es sich entweder um ein durch Tiere angetriebenes Mahlwerk oder um eine Wassermühle.

Der Flurname Am Mühlenberge deutet auf das Vorhandensein einer Wassermühle hin, die durch aufgestaute Gräben betrieben sein könnte.

Um 1220 bzw. 1290 besaß das Kloster Steterburg ein Vorwerk und 23 bzw. 24 Hufen in Linden. Ein Hofmeister des Klosters wurde 1269 und 1308 bezeugt. Um 1250 waren 11/2 Hufen an zwei Braunschweiger Patrizier verpachtet. Den größeren Teil, der auch später noch die Bezeichnung Bonekenhof trug, hatte um 1290 Heinrich Boneke, den kleineren Teil ein Herr Spiring zu Lehen. Im Zinsregister des Propstes Johann von Steterburg aus dem Jahre 1290 wurde Heinrich Boneke als Lehnsmann bestätigt, der in Linden eine Hufe hatte, für die er pro Jahr eine Mark lötigen Silbers entrichtete, und eine Mühle, für die er vier Choros Weizenmehl gab. Gegen 1300 ging dieser Besitz an seine Söhne über. Der vormals dem Herrn Spiring gehörende Teil wurde einem gewissen Rufus übereignet, bis im Jahre 1323 die Braunschweiger Bürger Conrad und Hermann Holtnicker beide Höfe übernahmen. Im Jahre 1398 wurde in einer Urkunde des Klosters Steterburg Friedrich von Berklingen als Besitzer von dem dryddendele des Hoves to Lynden genannt.

Das Kloster St. Aegidien zu Braunschweig besaß in Linden einen Hof mit den dazugehörigen Äckern, Wiesen und Wäldern. Der gesamte nicht allein auf Linden beschränkte Besitz des Klosters wurde im Jahre 1179 durch Papst Alexander III. bestätigt. Das Aegidienkloster blieb nicht lange Grundherr in Linden, denn es tauschte seine Lindener Grundstücke (10 Hufen), Berklingen, Volzum, Broitzem und Klein Wobeck im Jahre 1291 mit Herzog Wilhelm von Braunschweig gegen die Vogtei über die Klostergüter in Mönchevahlberg.

Der Braunschweiger Petri-Kaland, eine Bruderschaft von Priestern und Kaplänen, besaß einen Zins aus einem Hofe zu Linden.

Ludolf, Propst des Bartholomäistiftes in Hildesheim, bestätigte im Jahre 1389 einen Vergleich des Kreuzstiftes Hildesheim mit Hans Gralhere und Heinrich Havermeyger wegen anderthalb Hufen auf dem Felde von Linden bei Wolfenbottel. Fortan sollte Hans Gralhere die ganze Hufe und Heinrich Havermeyger die halbe Hufe auf dem Felde zu Linden behalten. Im Jahre 1392 verzichtete der Braunschweiger Bürger Heinrich Lakenscherer, genannt Scheveheneke, auf zwei ihm verpfändete Hufen Pflugland, das dem Krenzstift Hildesheim auf den Feldern des Dorfes Linden nahe Wolfenbüttel im Bistum Halberstadt gehörte.

Ritter Busso von der Asseburg belehnte im Jahre 1414 zwei Braunschweiger Bürger, Hermann von Vechelde und Curd von Ursleven, mit 21/2 Hufen zu Linden, mit allem Zubehör im Dorf und auf dem Felde. Im Jahre 1430 gehörte das 21/2 Hufen umfassende Asseburgische Lehen den Brüdern Hermann und Albert von Vechelde. Die Angehörigen der Familie von Vechelde wurden im 15. Jahrhundert immer wieder von dem Geschlecht von der Asseburg belehnt.

Unter den Lehnsleuten des Herzogs Otto wurde im Jahre 1318 die Braunschweigische Familie von Peyne genannt, die 4 Hufen in Linden als herzogliches Lehen besaß. Im Jahre 1374 belehnte Herzog Friedrich folgende Braunschweiger Bürger:

- Bruno von Gustede mit vier Hufen in Linden und einem Hof
- Tyle Nodberg und die von Veltstede mit vier Hufen zu Linden
- Mester Ludolf von Valeberg mit vier Hufen zu Linden
- Thyderik von Cletlinge mit zwei Hufen zu Linden.

Der in Linden befindliche Zoll wurde im Jahre 1349 durch Herzog Magnus von Braunschweig und seinen Sohn Herzog Magnus denen von Cramm und denen von Salder verpfändet.

Im Jahre 1355 verpfändete Herzog Magnus der Ältere von Braunschweig mit Bewilligung seiner Gemahlin Sophie den Bürgern und dem Rat der Stadt Braunschweig für 400 Mark Silber das Schloß Hessen mit allem Zubehör, namentlich mit dem Dorf Hessen, mit dem Kloster Stötterlingenburg, mit Leuten, Diensten, Vogtei und Gericht und, falls das Gut nicht innerhalb dreier Jahre eingelöst würde, mit 30 Mark jährlicher Einkünfte aus dem Zoll zu Linden.

Der Herzog verpfändete im Jahre 1355 dem Ritter Balduin von Dalem fünf lötige Mark (Silbermünzen) jährlicher Hebung aus dem Zoll zu Linden und erteilte dem Hans von Hoolege, Diedrich von dem Damme und Conrad Elers eine Anweisung von vierzig lötigen Mark auf den Zoll zu Linden. Im Jahre 1357 erteilte Herzog Magnus seinem Sohn Ludwig eine Anweisung auf zehn Mark jährlicher Hebung aus dem Zoll zu Linden. Aus dem Lindener Zoll verschrieb Herzog Friedrich von Braunschweig und Lüneburg seinem Vogt Hans Papestorp und dem Wasmod Kannenschleger dreißig lötige Mark. Der Herzog wies im Jahre 1393 seiner Schwester Elisabeth, Domfrau zu Quedlinburg, fünf Mark lötigen Silbers jährlicher Hebung in dem Zoll zu Linden an.

Bereits im Jahre 1374 gab es in Linden ein Gasthaus. Aus diesem Jahr stammt eine Urkunde, in der Herzog Friedrich den Braunschweiger Bürger Heynemann Becker mit der Taverne zu Lindem belehnte. Der Herzog bestätigte ihm im Jahre 1381 außerdem ein zu der Taverne gehörendes Stück Land, das Tavernen-Bleek.

Von dem Lindener Zehnten gehörte eine Hälfte dem Herzog, die andere dem Bischof von Halberstadt. Der Herzog hatte den halben Zehnten 1318 und 1344 an die Familie von Dahlum verlehnt, die ihn ihrerseits Braunschweiger Bürgern übertrugen. Im Jahre 1338 besaß ein gewisser Rothger den halben Zehnten. Die dem Bistum Halberstadt gehörende andere Hälfte des Zehnten hatte von der Mitte des 15. bis zum 17. Jahrhundert die Braunschweiger Familie Kalen zu Lehen.

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Maria Hauck:
Geschichte des Dorfes Linden
Herausgegeben von der Stadt Wolfenbüttel, 1992

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